Zum Lesen der Infos bitte die jeweiligen Buttons anklicken

Räumlichkeiten - Raum als 3. Erzieher

Einrichtungsgebäude & Außenbereich (Hochbeete zum „Gärtnern“)

Die Räume der CANGURO – Kindertagespflege & Pädagogischen Kursangebote befinden sich in einer Doppelhaushälfte zur Miete, in der Konderdingstr.14, in Hannover Bemerode.

Eingangsbereich (fürs Bringen & Abholen)

Bad-Bereich (Töpfchen etc.)

Ess-Bereich (Küche - Terassenübergang)

Spiele-Zimmer (mit 2-Ebenen-Turm) & Zusatz-Zimmer

Rollen-Spiel-Bereich (Kinder-Küche - ÜdtL)

Fein– Motorik- Bereich (Auge-Hand-Koordination/ „Arbeits-Tabletts“)

Atelier – Bereich  (Sinne entdecken, Fingerfarbe, Lichtspiele…) / Auch Schlafbereich

Groß-Motorik Bereich (Sportraum & Bewegungslandschaften)

Terrasse (Spielbereich Sinne 2/ Übergang zum Garten)

Garten - Spielbereich (Natur & Freispiel )

Tier- Bereich (abgesperrt im Garten) & Tier-Pädagogik

Ruhe - & Schlafbereiche (Kuschel-Bereiche)

Bild des Kindes

Das Kind als Selbstbildner

In der Montessori-Pädagogik wird das Kind als ein aktives, von Anfang an innerlich mit Wirkkräften ausgestattetes Wesen verstanden. Schon vom Embryo an bringt es natürliche „Aufträge“ mit: Es entwickelt sich nicht zufällig, sondern wird ein Kind seiner Zeit, seines Ortes und seines sozialen Umfeldes.

Dabei geschieht Entwicklung in zwei grundlegenden Bewegungen:
Zum einen passt sich das Kind seiner Umwelt an, zum anderen beginnt es, diese Umwelt durch eigenes Tun, eigene Erfahrungen und aktive Auseinandersetzung mitzugestalten. Maria Montessori beschreibt diesen Prozess als Adaption und Transformation.

Adaption und absorbierender Geist

In den ersten drei Lebensjahren nimmt das Kind seine Umgebung besonders intensiv auf. Es ist sich dessen, was es erlebt, noch nicht bewusst wie ein Erwachsener, aber es „absorbiert“ Eindrücke tief in sich hinein.


Montessori spricht hier vom absorbierenden Geist: Das Kind nimmt Sprache, Bewegungen, Stimmungen, Abläufe, Gewohnheiten und kulturelle Prägungen ungefiltert auf. Was es in dieser frühen Zeit erlebt, wird nicht nur erinnert, sondern prägt seine innere Struktur und sein späteres Verhalten entscheidend mit.

Wiederholte Handlungen verankern sich dabei durch Übung, Reifung und neurologische Prozesse immer tiefer. So entstehen mit der Zeit sichere Bewegungsabläufe, Handlungsmuster und innere Orientierung.

 Die 3 großen Kräfte des Kindes

Maria Montessori beschreibt drei grundlegende Kräfte, die das Kind in seiner Entwicklung tragen:


  • den absorbierenden Geist,
  • die sensiblen Phasen,
  • und die humanen Tendenzen.

Diese Kräfte bilden die Basis dafür, dass das Kind als eigenständiger Selbstbildner seiner Entwicklung verstanden werden kann.


Die humanen Tendenzen zeigen sich unter anderem im Bedürfnis nach Orientierung, im Erkunden der Umwelt, im Umgang mit Materialien, im Gruppenverhalten und im Streben nach Selbstvervollkommnung.

Sensible Phasen als Lerntüren

Sensible Phasen sind zeitlich begrenzte Entwicklungsfenster mit besonderer Lernbereitschaft. Maria Montessori beschreibt sie als vorübergehende Empfänglichkeiten, die es dem Kind ermöglichen, bestimmte Fähigkeiten besonders leicht zu erwerben.


Ich verstehe sie als eine Art „Lerntüren“, die sich in bestimmten Entwicklungsabschnitten öffnen und später wieder schließen. Solange eine solche Tür offen ist, fällt dem Kind das Lernen eines bestimmten Themas besonders leicht und natürlich.


Typische sensible Phasen sind unter anderem:

  • Bewegung,
  • Sprache,
  • Ordnung,
  • kleine Gegenstände und Feinmotorik,
  • Sauberkeit,
  • Musik,
  • Anstand und Höflichkeit,
  • bewusste Sinneswahrnehmung,
  • Schreiben,
  • Lesen,
  • räumliche Beziehungen,
  • Mathematik und Abstraktion.

Gerade in diesen Phasen ist es wichtig, das Kind feinfühlig zu begleiten und passende Angebote bereitzustellen.

Der Erwachsene als Filter und Raumgestalter

Damit sich das kindliche Entwicklungspotential gut entfalten kann, braucht das Kind einen Erwachsenen, der ordnet, schützt und bewusst begleitet.


Der Erwachsene wirkt dabei wie ein Filter: Er hilft dem Kind, Reize zu ordnen, Überforderung zu vermeiden und einen klaren Rahmen zu erleben. So kann sich der kindliche Geist sammeln, Wahrnehmung und Konzentration können sich fokussieren, und das Kind findet in seinem Tun Ruhe.

Dazu gehört auch eine sorgfältig vorbereitete Umgebung mit Materialien und Räumen, die dem Entwicklungsstand des Kindes entsprechen. Der Erwachsene gestaltet diese Umgebung so, dass das Kind selbstständig tätig werden kann, gleichzeitig aber Orientierung und Sicherheit erlebt.

Polarisation der Aufmerksamkeit

Ein besonders wichtiger Begriff bei Montessori ist die Polarisation der Aufmerksamkeit. Damit ist jener Zustand tiefer Konzentration gemeint, in dem ein Kind vollständig in seine Tätigkeit versunken ist.

In solchen Momenten ist der kindliche Geist geordnet, ruhig und stark auf die eigene Arbeit fokussiert.

Das Kind wird durch äußere Ansprache oder Unterbrechung oft nicht wirklich aus dieser inneren Konzentration herausgelöst.

Diese Form des intensiven Arbeitens zeigt, wie tief ein Kind in seiner Entwicklung tätig sein kann, wenn es in einer passenden Umgebung und mit den richtigen Materialien arbeiten darf.

(Entwicklungs-) Materialien als Schlüssel zur Welt

Die Montessori-Materialien sind für mich nicht bloß Spielangebote, sondern Werkzeuge zur Entwicklung. Sie wirken wie ein Schlüssel zur Welt, weil sie dem Kind helfen, sich kulturelle, soziale, sprachliche und sachliche Zusammenhänge Schritt für Schritt selbst zu erschließen.

Durch das aktive Arbeiten mit den Händen, das Wiederholen, Sortieren, Ordnen und Vergleichen entsteht echte Bildung von innen heraus.

„Normalisation“ und innere Ordnung

Montessori beschreibt einen Zustand innerer Ruhe, Konzentration und Ausgeglichenheit als Normalisation. Damit ist kein „Anpassen“ im engen Sinn gemeint, sondern ein innerlich geordneter Zustand des Kindes, in dem es konzentriert, freudig und selbsttätig arbeiten kann.


Wenn ein Kind hingegen dauerhaft unruhig, überreizt oder innerlich zerrissen wirkt, kann das auf eine Form von Deviation hinweisen.

Dahinter können Unsicherheiten, Ängste, Überforderung, innere Abhängigkeiten, mangelndes Selbstvertrauen oder andere Belastungen stehen.


Gerade deshalb ist eine ruhige, klare und liebevoll geordnete Umgebung so wichtig. Sie hilft dem Kind, in die eigene innere Ordnung zu finden und sich gesund zu entwickeln.


Praktische Orientierung an den pädagogischen Hintergründen

Montessori im Kleinkindalter

Für mich ist wichtig, pädagogische Grundlagen nicht nur zu kennen, sondern sie im Alltag mit kleinen Kindern wirklich passend umzusetzen. Gerade im Kleinkindalter reicht es nicht, Konzepte aus dem Kindergarten oder der Schule einfach zu übernehmen. Sie müssen auf die Bedürfnisse, Fähigkeiten und den Entwicklungsrhythmus der jüngsten Kinder abgestimmt werden.

In meiner Kindertagespflege steht deshalb das selbsttätige Lernen im Mittelpunkt. Kinder lernen über Wiederholung, Erfahrung, Beobachtung, Nachahmung und eigenes Tun. Dabei brauchen sie Freiraum, aber ebenso eine klare Struktur und verlässliche Orientierung.

Alltag als Bildungsraum (Raum als 3. Erzieher – Reggio pädagogischer Aspekt)

Die Montessori-Pädagogik prägt meine tägliche Arbeit in besonderem Maß. Sie hilft mir, das Kind als eigenständige Persönlichkeit mit inneren Entwicklungskräften wahrzunehmen und nicht nur als Empfänger von Angeboten.

Bildung beginnt für mich nicht erst bei „Lernangeboten“, sondern in den ganz alltäglichen Handlungen des Kindes. Hände waschen, Essen vorbereiten, an- und ausziehen, aufräumen, helfen, sortieren, beobachten und nachahmen gehören ebenso dazu wie Sprache, Bewegung und soziale Erfahrung.

Individuelle Begleitung statt Schema F (Erwachsener als „Wahrnehmungs-Filter“)

Jedes Kind bringt eigene Interessen, Stärken, Herausforderungen und sensible Phasen mit. Deshalb arbeite ich nicht nach starren Vorgaben, sondern orientiere mich an dem, was das einzelne Kind gerade braucht.

Ich beobachte genau, welche Themen das Kind bewegen, wofür es offen ist und wann es Unterstützung oder Anregung braucht. Darauf stimme ich meine Angebote ab.

So entstehen situationsorientierte Impulse, kindgerechte Thementage, gezielte Wahrnehmungs- und Bewegungsanregungen sowie kleine Bildungsangebote, die zum Entwicklungsstand passen.


Wichtig ist mir dabei immer, dass das Kind nicht passiv „bespielt“ wird, sondern aktiv mitwirken kann.


Meine pädagogisch-erzieherische Grundhaltung

Wertschätzend, klar und zugewandt & grenzgebend, führend und konsequent

Meine pädagogische Grundhaltung ist geprägt von Echtheit, Empathie und Wertschätzung. Ich begegne Kindern mit Respekt, nehme ihre Gefühle ernst und bleibe dabei zugleich klar und verlässlich.


Ich glaube daran, dass Kinder sich am besten entwickeln, wenn sie sich sicher fühlen, Orientierung bekommen und Erwachsene erleben, die ihnen liebevoll und konsequent begegnen. 


Das bedeutet für mich nicht, alles zu erlauben, sondern verständlich zu begleiten, Grenzen zu setzen und Entwicklung zu ermöglichen.
 

Das Kind in seiner Würde sehen 

(gleichwertig ist nicht = gleichwürdig; Jesper Juul)

Für mich ist jedes Kind eine eigenständige Persönlichkeit mit einem inneren Entwicklungsplan. Es soll sich in seinem eigenen Tempo entfalten dürfen, ohne unter Druck gesetzt zu werden.

Ich möchte Kinder darin bestärken:


  • ihre Fähigkeiten zu entdecken,
  • Selbstvertrauen zu entwickeln,
  • eigene Lösungen zu finden,
  • und mit Freude an ihre Aufgaben heranzugehen.

Dabei ist mir wichtig, dass das Kind nicht abhängig von dauernder Animation wird, sondern aus eigener Motivation tätig wird.

Erziehung als Beziehung

(dialogische Kommunikation & Co-Konstruktion)

Erziehung ist für mich immer Beziehung. Das bedeutet: Ich möchte nicht bloß betreuen, sondern begleiten, spiegeln, ermutigen und Orientierung geben.

Kinder brauchen Erwachsene, die ihnen zeigen:


  • was möglich ist,
  • was Grenzen hat,
  • wie man mit Konflikten umgeht,
  • und wie man Schritt für Schritt selbstständiger wird.

Dabei ist mir eine Atmosphäre wichtig, in der Kinder Fehler machen dürfen, sich ausprobieren können und in ihrer Persönlichkeit wachsen.

Gruppenzusammenstellung

… In der Regel sind die Tageskinder in meiner Betreuung in einer "festen Gruppe" (Vollzeit, 5 Tage die Woche mit 8 Std. pro Tag) vom Einstieg dann 2 Jahre bis zum Kindergarteneinstieg geschlossen bei mir.
Mein Bemühen sie im selben "Entwicklungsalter" (Altersunterschied 6 - 8 Monate ) auszuwählen ist gut durchdacht und pädagogisch, sowie in Betrachtung der kindlichen Entwicklung und Bildungsförderung gut nachvollziehbar.

 

Aber was heißt eigentlich "Entwicklungsalter?

Während einer ganzen Betreuungsspanne (ab ca. 1 Jahr bis zum Kindergartenalter) ergeben sich 3 übergeordnete Entwicklungszeiträume, teilweise mit 2 zusätzlichen Entwicklungsstufen, in denen sich die Raumgestaltung und das "dauerhafte, feste Spiel- und Entwicklungsmaterial" an die kognitive und motorische Entwicklung der Kinder orientiert und entsprechend verändert/ angepasst und Material ausgetauscht/ neu angeboten wird.
Von den jeweiligen Themenspielzeugen und Entwicklungs-Materialien biete ich nicht alles auf einmal an, sondern teile sie in den einzelnen Lernbereichen, Funktionsecken und in weiser Voraussicht auf das „aktuelle Entwicklungsalter der Gruppe“ auf.

Auch die größeren Gruppenangebote und die Abläufe innerhalb der Tagesstruktur werden angepasst, erweitert oder komplexer und verantwortlich selbstaktiver geplant und von mir begleitet. Gruppenausflüge im 2. Stadium des „Junges-Kleinkind“-Alters werden somit z.B. immer länger und ausdauernder „laufend“ gemeistert, sodass auch der Fokus auf die Verkehrsschulung und Gefahrenwahrnehmung verstärkt wird, was völlig automatisch eine „natürliche Folgsamkeit und Achtsamkeit“ mit sich bringt.
Die es uns dann sogar ermöglichen, das uns Katze(n) und Hund auf die Ausflüge begleiten, was für die Kids ein besonderes Highlight darstellt.

Solche Veränderungen werden auch in Tür- und Angelgesprächen, innerhalb der Entwicklungsgespräche mit den Eltern oder bei Elternabenden intensiv abgesprochen.


  1. Entwicklungszeitraum:
    "mobiles Baby" (7 Monate – 12/14 Monate)

    2. Entwicklungszeitraum:
    "Junge Kleinkinder" ( 1 - 1,5 Jahre)
    - Läufer - (Ausbau & grober Abschluss der Großmotorik )
    "Junge Kleinkinder" (1,5 – 2 Jahre)
    - Handwerker - (Ausbau der Feinmotorik und Sprachexplosion)

    3. Entwicklungszeitraum:
    "Ältere Kleinkinder" ( 2 - 2,5 Jahre) „Eigener Wille!“
     - windelfrei - (Schließmuskelkontrolle & Sauberkeitswahrnehmung)
    "Ältere Kleinkinder" ( 2,5 - 3 Jahre)
    - Selbstständigkeit - (Entdeckung ICH – die Anderen/ Verantwortung)

    Daran schließt die „direkte“ Kindergartenvorbereitung (Systemisch, Strukturell, Bildungsorientiert) an (alle Vorbereitung davor war indirekt)

Warum also konkret diese Form der             Gruppenzusammenstellung?

Entwicklungsnähe ist im Kleinstkindalter kein Detail - sondern entscheidend

Bei der Zusammensetzung meiner Gruppe achte ich bewusst auf einen möglichst geschlechtlichen Ausgleich und auf eine weitgehend altershomogene Struktur mit nur etwa sechs bis acht Monaten Altersunterschied.

Was auf den ersten Blick wie ein organisatorisches Detail wirken mag, ist in Wahrheit ein wesentlicher Bestandteil konstruktiver Entwicklungsbegleitung. Denn gerade im Alter von null bis drei Jahren liegen zwischen wenigen Monaten oft bereits ganze Entwicklungswelten.

Ein Kleinstkind entwickelt sich nicht linear und gleichmäßig, sondern in sensiblen Phasen, Entwicklungssprüngen und inneren Reifungsprozessen. Schon zwei deutlich auseinanderliegende Entwicklungsstände können im Alltag dazu führen, dass Kinder in völlig unterschiedlichen Wahrnehmungs-, Spiel- und Beziehungsebenen unterwegs sind. Deshalb hilft eine altersnahe Gruppenzusammenstellung ganz erheblich dabei, eine ruhige, tragfähige und harmonische Gemeinschaft zu bilden.

Gemeinsam in einem Entwicklungsfluss

Wenn Kinder sich in ähnlichen Entwicklungsphasen befinden, entsteht eine Gruppendynamik, die sich wie ein gemeinsamer Fluss anfühlt. Die Kinder greifen ähnliche Themen auf, haben vergleichbare Bedürfnisse, ringen mit ähnlichen Herausforderungen und können sich dadurch gegenseitig in ihrer Entwicklung tragen, anregen und anschieben.

Während ihrer Entwicklungssprünge sitzen sie in dieser Konstellation bildlich gesprochen mit Gleichgesinnten in einem Boot. Das schafft nicht nur mehr Nähe und Verständnis untereinander, sondern dämpft auch viele Reibungsverluste im Alltag ab.

Denn Frust, Trotz, Impulsdurchbrüche, Konflikte, Gefühlsregulation und das langsame Erlernen von Frustrationstoleranz gehören im Alter von null bis drei Jahren selbstverständlich zur normalen Entwicklung. In einer Gemeinschaft auf Augenhöhe lassen sich diese Prozesse jedoch deutlich konstruktiver begleiten. Genau dadurch wird auch gezieltere Bildungsarbeit, mehr soziale Stabilität und echte Hilfe zur Selbsthilfe möglich.

Diese Erfahrung hat sich in meiner langjährigen Praxis über viele Jahre hinweg immer wieder bestätigt.

Warum wenige Monate so große Unterschiede machen

Im Kleinstkindalter bedeuten sechs, acht oder zwölf Monate nicht einfach nur einen kleinen Altersabstand. Sie können Unterschiede betreffen in:


  • Sprachverständnis und Ausdruck
  • Impulskontrolle und Frustrationstoleranz
  • Bindungssicherheit und Ablösefähigkeit
  • Körperwahrnehmung und Motorik
  • Symbolspiel, Sozialspiel und Nachahmung
  • Selbstständigkeit im Alltag
  • Verarbeitung von Reizen, Übergängen und Grenzen


Gerade deshalb wird im Alltag sehr deutlich, wie wertvoll eine altershomogene Gruppe sein kann - zum Beispiel beim Töpfchenthema, im freien und sozialen Spiel, in Übergangssituationen, bei komplexeren Gruppenaktivitäten oder auch beim Mittragen gemeinsamer Regeln und Abläufe.

Die Wahrnehmung der Kinder ist in dieser Konstellation viel schneller auf gemeinsames Vorankommen und Lernen orientiert, statt immer wieder in ganz unterschiedlichen Entwicklungsniveaus neue Rollenpositionen, Besitzansprüche, Überforderungslagen oder Machtkämpfe auszutesten.

Und genau dieser Unterschied ist in der konstruktiven Entwicklungsbegleitung nach meiner Erfahrung Gold wert.

Das Kleinstkind lebt anders in der Welt als das Kindergartenkind

Unbewusstes Erleben in den ersten drei Jahren

Ein besonders wichtiger Punkt ist für mich die klare Unterscheidung zwischen dem Kleinstkindalter und dem späteren Kindergartenalter.

Kinder in den ersten drei Lebensjahren sind in ihrem Erleben noch sehr stark unbewusst, unmittelbar und gegenwartsbezogen unterwegs. Sie leben im Hier und Jetzt, handeln aus dem Moment heraus und sind noch eng an ihre innere Bedürfnislage, ihre Impulse und ihre unmittelbare Wahrnehmung gebunden.


Sie können noch nicht mehrere Gefühle gleichzeitig sicher halten, Spannungen nicht längere Zeit innerlich regulieren und ihre Bedürfnisse auch nicht bewusst dem Gruppenwohl unterordnen. Dafür brauchen sie intensive, feinfühlige und zugleich klare Begleitung durch einen verlässlichen Erwachsenen.

Gerade deshalb sind in dieser Phase kleine, überschaubare Gruppen, stabile Beziehungen, klare Strukturen und eine verlässliche Bindungsperson so außerordentlich entwicklungsfördernd.

Mit dem Kindergartenalter verändert sich der Fokus

Ab etwa drei bis dreieinhalb Jahren beginnt sich das kindliche Bewusstsein zunehmend zu erweitern. Der Wahrnehmungsnebel lichtet sich langsam. Das Kind kann soziale Unterschiede bewusster erfassen, Zeitspannen besser überblicken, Regeln stärker einordnen und sich nach und nach mehr auf die Gemeinschaft ausrichten.


Wenn die ersten drei Jahre gut begleitet wurden, hat das Kind bis dahin wesentliche Fundamente aufgebaut: Es kann laufen, sprechen, grundlegende Regeln verstehen, erste Selbstständigkeiten im Alltag leben und sich sozial deutlich tragfähiger in eine größere Gruppe einfügen.

Dann werden auch gemischtere Altersgruppen wertvoller, wie wir es später im Kindergarten gut beobachten können. Dort profitieren Kinder oft gerade von unterschiedlichen Altersstufen, weil ihr Bewusstsein, ihre Sprache, ihre Frustrationstoleranz und ihre soziale Orientierung bereits auf einem anderen Fundament stehen.


Der entscheidende Unterschied liegt also nicht einfach im Lebensalter, sondern in der kognitiven Reifung, im Grad des Bewusstseinsaufbaus und in den bereits gelegten Grundsteinen der ersten drei Jahre.

Der Effekt dieser  „so bewussten“ Zusammenstellung

Sie ist deshalb kein Zufallsprinzip, sondern eine klare pädagogische Überzeugung dessen Effekt sich innerhalb der jeweils 2 Betreuungsjahre wie von selbst einstellt, in denen die Kinder wie „Geschwister“ eine Gemeinschaft erleben, jedoch mit viel weniger Frustfaktor, übermäßigen Streitigkeiten (die sie nicht erfassen könnten, wären sie vom Alter her in verschiedenen „Welten“ unterwegs!).
Wir schaffen dadurch eine möglichst „friedvolle Gemeinschaft“, die schon von sich aus „in den selben Interessensgebieten unterwegs ist“ und ganz automatisch an ein  gegenseitiges Miteinander und für gemeinsame „Entwicklungsthemen“ brennen.
Natürlich steht im Kleinkindalter trotzdem noch die EGO-Entwicklung und die ICH-Findung im Mittelpunkt, welche mit Besitzwille und Selbstbehauptung, oft sogar mit Bestimmungsdrang einher geht, aber durch diese „Peer-Verbindung“ werden diese Krisenherde so stark abgemildert, dass „eskalierende Situationen & Machtkämpfe“ im Grunde gar nicht stattfinden. Konfliktsituationen sind auf dieser Basis ganz normale „Lernherde“, die sogar die Bindung und das Vertrauen zur Bezugsperson noch erheblich aufwerten, sodass sich die Kinder nicht permanent an unpassenden Entwicklungsgefällen abarbeiten und emotionale Unsicherheiten in ständigen Trotzanfällen „austesten“ müssen, sondern die Gemeinschaft als für sie stimmige Konstellation von; Sicherheit, Resonanz, Orientierung und gemeinsames Wachstum erleben.

Die möglichst altersnahe und geschlechtlich ausgewogene Gruppe unterstützt genau das:


  • sie stabilisiert den Alltag
  • sie reduziert unnötige Überforderung
  • sie fördert gemeinsames Lernen
  • sie stärkt Beziehung und Nachahmung
  • sie schafft mehr Ruhe für Bildungsprozesse
  • sie erleichtert konstruktive Begleitung in sensiblen Entwicklungsphasen

So wird die Gruppe zu dem, was sie im besten Sinne sein soll: eine kleine, tragende Entwicklungsgemeinschaft, in der Kinder nicht einfach nur betreut, sondern achtsam geführt, verstanden und in ihrer Reifung sinnvoll begleitet werden.

Mein pädagogischer Blick auf die 3 ersten, prägendsten Lebensjahre

Die ersten drei Lebensjahre sind keine bloße Vorstufe auf das „eigentliche“ Lernen - sie sind das Fundament. In dieser Zeit entscheidet sich nicht alles, aber hier werden die tragenden Säulen für Bindungsfähigkeit, Selbstregulation, Gemeinschaftsfähigkeit, Lernfreude und Persönlichkeitsentwicklung aufgebaut.


Genau deshalb braucht diese frühe Zeit Erwachsene, die hinschauen, Verantwortung übernehmen, Entwicklung verstehen und Kinder weder überfordern noch sich selbst überlassen.

Und genau deshalb ist auch die Zusammensetzung der Gruppe ein so wichtiger Teil meiner Arbeit. Sie schafft die Bedingungen dafür, dass Kinder in einem für sie passenden Rahmen wachsen können: getragen, geführt, gesehen und in ihrer Entwicklung ernst genommen.

Tagesablauf

 7:30 bis 15:30 Uhr – Mo bis Fr in Vollzeit

Grundbedürfnisse

Inhalt folgt...

 

Struktur / Orientierung / Sicherheit

Inhalt folgt...

 

"Artgerechte" Entwicklungsbegleitung

Inhalt folgt...

 

Bildungs-Angebote & Selbstbildungs-Prozesse

Inhalt folgt...

 

Rolle des Erwachsenen / des Raumes / der Umwelt

Aufgabe und Rolle des Erwachsenen

Der Erwachsene als Filter und Raumgestalter

Damit sich das kindliche Entwicklungspotential gut entfalten kann, braucht das Kind einen Erwachsenen, der ordnet, schützt und bewusst begleitet.

Der Erwachsene wirkt dabei wie ein Filter: Er hilft dem Kind, Reize zu ordnen, Überforderung zu vermeiden und einen klaren Rahmen zu erleben. So kann sich der kindliche Geist sammeln, Wahrnehmung und Konzentration können sich fokussieren, und das Kind findet in seinem Tun Ruhe.

Dazu gehört auch eine sorgfältig vorbereitete Umgebung mit Materialien und Räumen, die dem Entwicklungsstand des Kindes entsprechen. Der Erwachsene gestaltet diese Umgebung so, dass das Kind selbstständig tätig werden kann, gleichzeitig aber Orientierung und Sicherheit erlebt.

Begleiten, ordnen, schützen

Der Erwachsene hat in der Entwicklung des Kindes eine zentrale Aufgabe. Er ist nicht nur Aufsicht, sondern Vorbild, sicherer Hafen, Dialogpartner und Entwicklungshilfe zugleich.


Gerade im Kleinkindalter ist das Kind noch nicht in der Lage, sich selbst umfassend zu steuern. Es braucht daher Erwachsene, die den Rahmen halten und Orientierung übernehmen.

Ein Kind braucht Erwachsene, die:


  • verlässlich da sind,
  • Reize ordnen,
  • Strukturen setzen,
  • Sprache begleiten,
  • Grenzen klar machen,
  • und die Entwicklung bewusst unterstützen.

Die vorbereitete Umgebung  (Der „indirekte“ Erzieher/ Begleiter)

Ein wesentlicher Teil der erwachsenen Aufgabe ist die Gestaltung einer vorbereiteten Umgebung. Räume, Materialien und Abläufe sollen so angelegt sein, dass das Kind selbstständig tätig werden kann.


Der Erwachsene schafft also nicht nur Sicherheit, sondern auch Bedingungen, unter denen das Kind sich frei und sinnvoll entwickeln kann.

Dazu gehört:


  • Ordnung statt Reizüberflutung,
  • Übersicht statt Chaos,
  • kindgerechtes Material statt Überangebot,
  • und Raum für konzentriertes Arbeiten.

Impulse geben, ohne zu überfordern 

(Hilfe zur Selbsthilfe & ansprechende Materialien)

Der Erwachsene begleitet das Kind nicht mit Dauersteuerung, sondern mit gezielten Impulsen. Er beobachtet, wann ein Kind offen ist, wann es Ruhe braucht und wann eine Anregung sinnvoll ist.


Das entspricht für mich sehr dem Gedanken Maria Montessoris: dem Kind so viel Hilfe wie nötig und so wenig wie möglich zu geben.

So entsteht eine pädagogische Haltung, die dem Kind hilft:


  • selbst tätig zu werden,
  • sich zu konzentrieren,
  • Zusammenhänge zu verstehen,
  • und Schritt für Schritt zu wachsen.

Frühkindliche Entwicklung braucht Verantwortung - nicht Beliebigkeit -

(Kleinst-) Kinder brauchen Führung, Beziehung und Orientierung

In der heutigen Gesellschaft werden kindliche Bedürfnisse und kindliche Entwicklung oft entweder romantisiert, missverstanden oder mit erwachsenen Vorstellungen von Freiheit verwechselt. Gerade kleine Kinder brauchen jedoch nicht in erster Linie ständige Wahlfreiheit, Reizfülle oder ein möglichst grenzenloses Mitbestimmen, sondern vor allem:


  • Bindung
  • Orientierung
  • klare Rückmeldungen
  • verlässliche Strukturen
  • altersgemäße Führung
  • echte, verantwortliche Beziehung

Ein Kleinkind kann Verantwortung für die Qualität seines Alltags, seiner Regeln und seiner Entwicklung nicht selbst tragen. Diese Verantwortung liegt immer beim Erwachsenen.

Deshalb ist es so wichtig, Wünsche und Willensäußerungen nicht mit Grundbedürfnissen zu verwechseln. Und ebenso wichtig ist es, sich bewusst zu machen, dass ein eigenverantwortlicher Umgang mit Freiheit, Mitbestimmung und sozialer Rücksichtnahme überhaupt erst über viele Jahre hinweg vorbereitet, erlebt und erlernt werden muss.

Weder autoritär noch laissez-faire (schwarz & weiß aus „alten Zeiten“)

Gesunde Entwicklung entsteht weder durch blinden Gehorsam, Angst und starre Unterordnung, noch durch grenzenlose Beliebigkeit, ständiges Nachgeben, Wegsehen oder das vorschnelle Übertragen erwachsener Entscheidungslasten auf das Kind.

Weder ein autoritärer Erziehungsstil noch ein laissez-fairer Umgang (Pippi Langstrumpf Syndrom) führen langfristig in eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung.

Der entwicklungsfördernde Weg ist der „bunte dazwischen“:

In einer kindorientierten, autoritativen Haltung, welche Bedürfnisse von Wünschen trennen kann und sich bewusst ist, dass erst „Kompetenzen“ für ein demokratisches Miteinander „aufgebaut“ werden müssen, bevor Demokratie auch gemeinsam „gelebt werden kann“, hat der Erwachsene dem Kind gegenüber seine „natürliche Autorität“ inne.
Ob einem das nun gefällt oder nicht (der Autor und Familien-Systemtherapeut Jesper Juul hat diese Tatsache sehr schön und liebevoll in vielen seiner Werke deutlich gemacht; „Nein aus Liebe“, „Leitwölfe sein“ etc. ).


Dieser bunte Weg“ berücksichtigt zwar klare Regeln, Grenzen und moralische Werte die den Grundsatz; „Meine Freiheit hört dort auf, wo die eines anderen beginnt“ erlebbar machen, damit Gemeinschaft funktionieren kann, aber er muss auch immer situativ und altersgerecht beim Kind „gespiegelt“ und anhand der Erwachsenen-Rückmeldung von diesem selbst als „gemeinschaftstauglich“ und/ oder „Selbstständigkeits-fördernd“ „reflektiert“ werden. Diese verantwortungsvolle, bewusst-gelebte Voraussicht kann oft anstrengend und zeitintensiv sein, (insbesondere ja chaotischer  die Welt drum herum und je uneiniger die Erwachsenen sich sind!) bringt dem Kind gegenüber aber einen extrem qualitativen und schnell verinnerlichten Lerneffekt.


Sie erfordert von der Erwachsenwelt eine „konsequente Einstellung“ für gemeinschaftliche Werte, (im Kleinstkindalter wirklich, möglichst „ohne Ausnahme“!), lebensorientierte Handlungen sowie verlässliche Alltagsabläufe und -Herausforderungen, denen möglichst nicht mit „Ablenkung“, „Animation“ oder „Ignoranz“ begegnet werden sollte. Auch eine Angst vor dem „Fehler machen“ ist hier völlig unnötig. Ein so begleitetes Kind hat sein „Urvertrauen inne“, sodass Fehler der Erwachsenen (wenn sie denn im Nachhinein kommuniziert und reflektiert werden) zum normalen Wachstum dazu gehören, vorausgesetzt die Basis und das Kindeswohl stimmt! 

Und auch die Natur zeigt uns in allen sozialen Strukturen der „intelligenten Lebensarten“, das wir nicht NICHT-erziehen können.


Das bedeutet:


  • liebevolle Beziehung und emotionale Verfügbarkeit
  • klare Kommunikation
  • altersgemäße Regeln und Grenzen
  • konsequente, nachvollziehbare Rückmeldung
  • Führung ohne Härte
  • Freiraum ohne Beliebigkeit
  • Unterstützung ohne Übernahme aller Aufgaben

Dieser Weg ist nicht der bequemste - aber er ist der tragfähigste. Er verlangt Erwachsenen Präsenz, Verantwortungsbewusstsein, Klarheit, Anpassungsfähigkeit und die Bereitschaft, Kindern nicht einfach alles abzunehmen, sie aber auch nicht sich selbst zu überlassen.



Gesellschaftliche Missstände und systemische Hindernisse

Wenn moderne Lebenswelten kindliche Entwicklung erschweren

Viele heutige Familien leben unter Bedingungen, die kindliche Entwicklung nicht automatisch erleichtern. Kleinfamiliäre Isolation, Reizüberflutung, frühe Fremdbetreuung ohne passende Rahmenbedingungen, Unsicherheiten in Erziehungsfragen, inkonsequente Alltagsstrukturen und eine zunehmende Orientierung an Trends statt an Entwicklungswissen erschweren oft genau das, was kleine Kinder am dringendsten brauchen.


Hinzu kommt, dass Erwachsene heute häufig zwischen widersprüchlichen gesellschaftlichen Erwartungen stehen:


  • Das Kind soll möglichst frei sein.
  • Es soll möglichst früh funktionieren.
  • Es soll emotional stark sein, aber bitte unkompliziert.
  • Es soll selbstständig werden, ohne zuvor ausreichend geführt worden zu sein.

Diese Widersprüche erzeugen Unsicherheit - und diese Unsicherheit landet am Ende oft direkt im Alltag der Kinder.

Gerade deshalb braucht es Orte und Erwachsene, die Entwicklung nicht dem Zufall überlassen, sondern sich bewusst an der Natur des Kindes, seinen sensiblen Phasen und seinen altersgemäßen Entwicklungsaufgaben orientieren.

Prävention beginnt nicht erst, wenn Probleme sichtbar werden

Viele Schwierigkeiten, die später im Kindergarten- oder Schulalter sichtbar werden, entstehen nicht plötzlich. Häufig zeigen sich dort nur die Folgen von Entwicklungsfenstern, in denen Kinder zuvor nicht klar genug begleitet, nicht passend gefordert oder nicht ausreichend in Beziehung geführt wurden.


Frühkindliche Bildung heißt deshalb nicht, Kinder möglichst früh mit Inhalten zu versorgen. Frühkindliche Bildung heißt, zur richtigen Zeit die richtigen Grundlagen zu stärken:

  • Bindung
  • Sprache
  • Nachahmung
  • Selbstständigkeit
  • Körperwahrnehmung
  • Regelverständnis
  • soziale Orientierung
  • Umgang mit Frust und Grenzen

Wird hier früh und klar angesetzt, kann Entwicklung deutlich stabiler verlaufen. Prävention beginnt deshalb nicht erst bei Auffälligkeiten, Diagnosen oder späteren schulischen Schwierigkeiten - sondern in den ersten Lebensjahren, im Alltag, in Beziehung und in einer entwicklungsangemessenen Führung.

Reale Chancengleichheit (Das wirklich "Beste" fürs Kind!)

Inhalt folgt...